Gleichstellung, Gender Mainstreaming

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Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming und Frauenförderung

Gleichstellungspolitik wurde noch vor wenigen Jahren als Förderung von Frauen verstanden. Seither hat sich ein breiteres Bewusstsein für den Gleichberechtigungsgedanken und für die Chancengleichheit entwickelt.

Mittlerweile findet in vielen Bereichen eine geschlechtersensible Sichtweise statt. Die Anliegen von Frauen und ebenso die von Männern sollen noch stärker in die Planung, Entscheidung, Durchführung, Überwachung und Auswertung von Maßnahmen als selbstverständlich einbezogen werden, und zwar auch in den Bereichen, die auf den ersten Blick geschlechtsneutral erscheinen.

Dieser Ansatz macht Gleichstellungspolitik zur Querschnittsaufgabe aller Fachbereiche. Frauenpolitik ist damit keine "Frauensache" mehr, sondern Chancengleichheit - für Frauen und Männer - wird zur Aufgabe aller. Europaweit hat der Gedanke der geschlechtersensiblen Sichtweise als "Gender Mainstreaming" Bedeutung erlangt.

Eine frauenspezifische Politik kann und soll damit nicht ersetzt werden. Ziel ist die Stärkung der Gleichstellung der Geschlechter in allen Politikbereichen durch geschlechtersensible Sichtweise (Gender Mainstreaming), ergänzt durch spezifische Maßnahmen und Aktionen zur Förderung von Frauen in Bereichen, in denen die Chancengleichheit nicht anders erreicht werden kann.

„Familienpolitik und Gleichstellungspolitik müssen Hand in Hand gehen!" formulierte die damalige Brandenburger Familienministerin Dagmar Ziegler.

Zwischen beiden Themen/Politikfeldern gibt es naturgemäß Schnittmengen, schon allein deshalb, weil beide das Wohl von Familien vor Augen haben.

  • Es gibt Gleichstellungsthemen, die auch Ziel von Familienpolitik sind (z.B. Vereinbarkeit Familie und Beruf verbessern)
  • Andersherum sollen Maßnahmen zur Förderung von Familien auch zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen (z.B. familienfreundliche Infrastruktur in Kommunen)

Dieser Text ist in Teilen entnommen aus: 20 Jahre Leitstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern, StMAS, München 2001

  • Der Landkreis Donau-Ries will durch seine Familienpolitik zur Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen beitragen.