Vorbemerkung zur 3. Fortschreibung

alo2000-12

Mittlerweile elf Jahre ist es her, dass das Konzept für die vorliegende Sozialraumanalyse ent­wickelt wurde. In dieser Zeit hat sich - nicht nur in der Jugendhilfe - vieles ver­ändert. Betroffen von diesen Veränderungen ist auch unsere Sozialraumanalyse: Neue Hilfe­formen wurden entwickelt („flexible Hilfen"), für einige der Indikatoren musste die Daten­basis ersetzt werden („Alleinerziehende") und - sicher am gravierendsten - der Umbruch durch die Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe („Hartz IV").

Mit der nun vorliegenden 3. Fortschreibung ist es gelungen, die Entwicklungen im Landkreis Donau-Ries über einen Zeitraum von zehn Jahren zu beschreiben. Für die Träger der Jugend­hilfe, für Politik und Administration liegt damit ein Arbeitsmittel vor, um Veränderungen und deren Ursachen zu diskutieren und zu interpretieren.

Im Vordergrund steht dabei das Ziel, die Jugendhilfe im Landkreis Donau-Ries bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und positive Lebens­bedingungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu schaffen.

„Unsere Nachfahren werden nicht fragen, welche Zukunftsvisionen wir für sie bereithielten; sie werden wissen wollen, nach welchen Maßstäben wir unsere eigene Welt eingerichtet haben, die wir ihnen hinterlassen haben''.

(Richard von Weizsäcker)

Bereits an dieser Stelle stellen wir fest:

  • Die Situation im Landkreis Donau-Ries ist im Vergleich zu gesamtbayerischen Werten deutlich besser.
  • Insbesondere die Inanspruchnahme von Jugendhilfeleistungen ist kontinuierlich auf relativ niedrigem Niveau.
  • Eine kleinräumige Betrachtung und die Analyse einzelner Indikatoren macht aber ebenso deutlich, dass es auch in unserem Landkreis Brennpunkte und „negative Trends" gibt, bei denen ein Gegensteuern erforderlich ist.

Die Pionierarbeit der Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Donau-Ries zusammen mit dem Institut SAGS (vorm. INIFES) hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Früchte getragen:

  • Für den Landkreis Donau-Ries ist diese Form der kontinuierlichen Sozialberichterstattung heute eine selbstverständliche Grundlage zur Steuerung und Gestaltung der Jugendhilfe.
  • Sowohl fachbereichsübergreifend im Landratsamt Donau-Ries, als auch in zahlreichen anderen Organisationen und Institutionen wird die Sozialraumanalyse als Informationsgrundlage geschätzt und genutzt.
  • Viele der kreisangehörigen Städte, Märkte und Gemeinden nutzen die Unter­suchung als Arbeitshilfe, um auf Entwick­lungen und Problem­lagen reagieren zu können.
  • Schließlich arbeitet zwischenzeitlich eine ganze Reihe von bayerischen Landkreisen - von Rosenheim bis Miltenberg - mit dieser Form der Analyse und Abbildung sozialer Lebenslagen.

Im Vorlauf zur Erstellung der vorliegenden 3. Fortschreibung erfolgte - mit den gleichen Be­teilig­ten wie vor elf Jahren - eine Überarbeitung des Konzepts der Sozial­raum­analyse. Unsere Ab­sicht war, die Veränderungen der letzten Jahre aufzugreifen und gleich­zeitig die Kontinuität in der Berichterstattung (und damit auch Vergleichbarkeit!) zu gewährleisten. „Soviel An­passung wie nötig, so wenig Veränderung wie möglich!" mit diesem Prinzip vor Augen ist es ge­lungen, Inhalte und Darstellungs­formen so weiterzuentwickeln, dass die Untersuchung auch weiterhin eine lesbare, verständliche Diskussions- und Arbeitsgrundlage darstellt.