Workshop "Familienfreundliche Kommune" 6. Mai 2010

Kommunen (2)

Angesichts des Bevölkerungswandels gewinnt die Familienfreundlichkeit von Städten und Gemeinden immer mehr an Bedeutung.

Der Grund dafür ist einfach: Überall dort, wo junge Menschen sich in einer Gemeinde ansiedeln, fördert das die Entwicklung der Gemeinde. Je besser das Zusammenleben in den Familien gelingt, desto problemloser und erfolgreicher gestaltet sich das gesellschaftliche Miteinander, davon profitieren Alle!  

Um die Gemeinden dabei zu unterstützen, ihre Kinder- und Familienfreundlichkeit im weiterzuentwickeln, hatte der Landkreis Donau-Ries Bürgermeister und Gemeinderäte in das Schloss Reimlingen eingeladen.

Die "Umsetzung von familienfreundlichen Projekten in kleineren Kommunen" war das Thema des ersten Bürgermeister-Workshops "Familienfreundliche Kommune" im Landkreis Donau-Ries. Durchgeführt wurde die Veranstaltung am 6. Mai 2009 in Kooperation mit der FamilienForschung Baden-Württemberg, der Anstoß dazu kam aus einer Arbeitsgruppe des Lokalen Bündnisses für Familie Donau-Ries. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für den Bürgermeister-Workshop angemeldet, um zum Erfahrungsaustausch zusammenzukommen und ihre aktuellen Projektvorhaben zur Familienfreundlichkeit gemeinsam voranzubringen.

Landrat würdigt das Engagement in den Kommunen

Landrat Stefan Rößle würdigte das Engagement der Gemeinden und Städte in seinem Grußwort. „Die Bedeutung der Kommunen für die Förderung der Familien kann aus meiner Sicht gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Kommunen sind der ideale Partner für Familien", so Rößle. Natürlich ging er auch in diesem Kreis auf seine Elternzeit ein: „Das waren zwei Monaten, die ich nicht mehr missen möchte!" Zuvor hatte Bürgermeister Josef Lutz als Gastgeber die Teilnehmer begrüßt und die Gemeinde Reimlingen kurz vorgestellt. Die beiden Moderatoren Günter Katheder-Göllner (Familienbeauftragter des Landkreises) und Jens Ridderbusch (Familienforschung BW) führten die Teilnehmer dann durch ein kurzweiliges Programm.

Bürgermeister stellen Projekte zur Familienfreundlichkeit vor

Im Mittelpunkt des Bürgermeister-Workshops stand der Erfahrungsaustausch unter Kollegen. Bürgermeister Jörg Albrecht berichtete, wie seine kleine Gemeinde Mauer (3.950 Einwohner) mit Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit auf den Weg gebracht hat (Betreuung für unter 3-Jährige, Ferienbetreuung, Herstellung eines Beach-Volleyballfeldes). „Es muss nicht alles Geld kosten!" betonte Albrecht, „oft reicht auch Engagement und eine gute Idee". Ein Beispiel dafür ist der „Walking Bus" in Mauer, eine innovative Variante der Schulwegbegleitung.

Weitere Bürgermeister berichteten im Anschluss von ihren Aktivitäten und Projekten:

  • Frank Menikheim hat in seiner Gemeinde Ikersheim ein Bürgernetzwerk aufgebaut, das Innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt hat, dazu gehören u.a. ein Familien-Wegweiser, eine Notfall-Hotline und ein Tausch-Ring. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass Nachhaltigkeit und Kontinuität des bürgerschaftlichen Engagements durch die geschaffenen Strukturen gegeben sind und sich dieses als dauerhaftes Element der Gemeindeentwicklung etabliert." bilanzierte Menikheim.
  • Wie man das Thema „Alt werden in der Gemeinde" anpacken kann, das stellte Karl-Heinz Stippler am Beispiel von Deiningen dar. Dort wurde in den letzten Jahren ein modellhaftes Altenhilfekonzept erstellt. „Viele kleine Verbesserungen machen unsere Gemeinde bereits seniorenfreundlicher", meinte Stippler. „Wir wollen aber noch viele weitere Schritte auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit zurücklegen."

Mehr Zeit gewünscht

Am Nachmittag wurden dann einzelne Projektvorhaben in Arbeitsgruppen intensiver besprochen und modellhaft geplant. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie man familienfreundliche Projekte startet, wen man beteiligen sollte, wie man die Bürgerschaft und die Betriebe aktiv einbeziehen kann, welche Hindernisse auftreten können und wie man den laufenden Entwicklungsprozess zur "Familienfreundlichen Kommune" immer wieder neu beleben kann.

Angeregte Diskussionen und interessierte Nachfragen sorgten dafür, dass die Stunden wie im Flug vergingen. Die knappe Zeit am Ende war denn auch der einzige Wermutstropfen bei dieser Veranstaltung, die von der Teilnehmern viel Lob erhielt. „Sehr informativ, sehr interessante Referate, gute Organisation - weiter so!" lauteten die Kommentare der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister am Ende dieses Tages.

„Wir bleiben am Ball!" versprach Günter Katheder-Göllner zum Abschluß. „Natürlich werden wir Sie weiterhin unterstützen auf Ihrem Weg zu noch mehr Familienfreundlichkeit!" Und damit die Teilnehmer dieses Ziel im Alltag nicht aus den Augen verlieren, bekamen alle noch eine „Erinnerungskarte" für Schreibtisch oder Pinwand mit auf den Nachhauseweg. Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen!